Humanistisches Manifest

In seinem Manifest schließt er auch Rechte für Tiere mit ein. Es geht ihm nämlich um die Gleichberechtigung aller „Personen“ sowie um die Anerkennung der Leidfähigkeit von Tieren. Daraus leitet er seine zivilisatorischen Forderungen ab, die an die klassischen Ideen der Aufklärer und Humanisten anknüpfen. Dabei behält er aber stets die Erkenntnisse der Evolutionsbiologie über das Wesen des Menschen im Auge, allerdings ohne seine Ethik naturalistisch begründen zu wollen. Er betont selbst, dass das ein grober Fehler wäre. Sein Ansatz ist ein durchwegs epikuräischer. Letztendlich landet er bei der Goldenen Regel, dem ethischen Leitgedanken eines jeden „eigennützigen Altruisten“.
Meines Erachtens gelingt es Schmidt-Salomon mit diesem Büchlein, einen Entwurf für eine moderne Leitkultur vorzulegen, obwohl die Latte ziemlich hoch gelegt ist. Dabei ist er bestrebt, in seiner Argumentation frei von Ideologie und Dogmatismus zu bleiben. Dadurch erweist sich seine Ethik als nicht weltfremd. Das Buch ist jedenfalls eine gewinnbringende Inspirationsquelle für alle unvoreingenommen denkenden Menschen.
Michael Schmidt-Salomon
Manifest des Evolutionären Humanismus
Alibri Verlag, Aschaffenburg 2006 (2. Auflage)
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